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Varietäten

Pacamara – der gezähmte, geschmackliche Riese

Artikel vom 16. März 2018

Pacamara ist eine Kreuzung zweier Arabicavarietäten, die zwei verschiedenen Abstammungslinien entspringen. Diese beiden Varietäten, einerseits Pacas, eine natürlich aufgetretene Spontanmutation aus der Bourbonlinie, und roter Maragogype aus der Typicalinie, bringen völlig unterschiedliche geschmackliche und äußerliche Merkmale mit sich.

Die Genetik des Typica (Coffea arabica var. typica) geht auf Kaffeepflanzen aus dem Yemen zurück und bildete die abstammungsgeschichtliche Basis der ersten amerikanischen und asiatischen Kaffeeplantagen. 

Der rote Maragogype ist eine Mutation des Typica und auch als der Riese unter den Arabicas bekannt. Diese Varietät tauchte erstmals 1870 in der Provinz Maragogipe in Bahia, Brasilien auf. Die Struktur der Pflanze ist offen und ungeordnet. Die Erträge sind eher gering, die Geschmack in der Tasse jedoch bemerkenswert. Der Maragogype war aufgrund seiner beeindruckenden Größe und seinesherausragenden Geschmacks lange Zeit der Lieblingskaffee des deutschen Kaiserhauses und anderer Europäischer Monarchen.

Die Bourbonlinie (Coffea arabica var. bourbon) entstammt von der Insel „Bourbon“ (heute: „La Réunion“) und leitet sich namentlich vom französischen Adelsgeschlecht der Bourbonen ab. Bei der Bourbonlinie handelt es sich um eine natürliche, einem starken Regenfall angepaßte Mutation. 

Beim Pacas handelt es sich um eine ebenfalls natürlich aufgetretene Spontanmutation und nicht wie ursprünglich angenommen, um eine Kreuzung aus Typica und San Ramòn, da die Nachkommen des Pacas keine phänotypischen Aufspaltungen aufweisen.

Der Kultivar Pacamara, dessen Namen sich von den vier Anfangsbuchstaben der Elternpflanzen Pacas und Maragogype ableitet, nimmt eine Position zwischen den beiden Stammlinien Typicia und Bourbon ein.

Die Zucht und Selektion dieser Varietät begann 1958 in der genetischen Abteilung des Instituto Salvadoreño de Investigaciones del Café [ISIC] (El Salvadorianischen Institut für Kaffeeforschung) mit dem Ziel, Verbesserungen durch die Hybridisierung verschiedener Kaffeevarietäten zu erhalten. Einer ihrer herausragenden Zuchterfolge war die Kreuzung von Pacas und Maragogype in der vierten Generation (F4).

Mit dieser Kreuzung versuchten die Wissenschaftler die erwünschten Eigenschaften des Pacas, wie geringere Wuchshöhe, höhere Produktivität, bessere Anpassungsfähigkeit an lokale Bedingungen, Widerstandfähigkeit gegenüber Wind, Sonnenlicht und Dürren, mit den Eigenschaften des Maragogype, wie der Vitalität, der Wachstumskraft, der Produktion größerer Bohnen, sowie der exzellenten Qualität in der Tasse zu verbinden.

Pacamara ist ein spätreifender Kaffee, die Kirschen reifen rund 30 Tage länger als andere Kaffeevarietäten bilden dabei aber auch mehr Süße. Der Pacamara bietet durch seine hohe Süße und genetische Breite ein unvergleichliches Aromenspektrum – sowohl als Kaffee als auch als Espresso.

Pacamara Booklet zum Herunterladen: Jetzt herunterladen(.pdf)

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