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Differenzierung: Coffea Arabica – Coffea Canephora

Artikel vom 19. Mai 2018

Coffea Arabica
Blüten und später die Kirschen wachsen gleichmässig verteilt am Ast entlang. Die Bohne ist länglicher und schmaler. Die Coffea Arabica entstammt einer Kreuzung aus C. canephora × C.eugenioides, anderen Betrachtungen folgend wird als „Ursprung“ auch eine Kreuzung aus C. congensis × C. eugenioides vermutet. C. eugenioides bildet dabei stets den mütterlichen Teil. Die C. arabica ist tetraploid, d.h. sie besitzt 4 Chromosomensätze mit 11 Chromosomen pro Satz im Gegensatz zu allen anderen diploiden Coffea, weiter ist sie dazu in der Lage, sich selbst zu bestäuben (sie ist also autogam). Voraussetzung dafür ist, dass die Pflanze einhäusig (monözisch) ist, d.h. dass es männliche und weibliche Blüten an einem Strauch gibt. Somit sind die Blüten eingeschlechtlich, die gesamte Pflanze ist jedoch ein Zwitter.

Coffea Canephora
Die Blüten und später die Kirschen bilden am Ast kleine Knollen, die mit etwas Abstand voneinander wachsen. Die bohne ist rundlicher und breiter und nicht so lang. Sie ist durch eine typische Polspitze ausgezeichnet. C. Canephora ist diploid und nicht selbstbefruchtend. Allerdings ist sie widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge (insbesondere gegen den Kaffeerost (hemileia vastatrix)). Es gibt generell spontane Mutationen und Kreuzungen wie z.b. C. arabica var. tipica mut. maragogipe oder C. arabica var. tipica/bourbon hyb. mundo nuovo. Es gibt auch gezüchtete Hybride wie Hibrido de Timor × Caturra = Catimor (C. arabica/C. canephora hyb. hibrido de timor mit C. arabica var. bourbon cv. caturra). Die nutzung der Hybride ist daher von großer Bedeutung, da gezielt die Pflanzen selektiert werden, die die erwünschten Eigenschaften haben: Hibrido de Timor (= tetraploid) ist widerstandsfähig, ertragsreich und hat geschmackliche Eigenschaften der C. arabica übernommen. Allerdings werden auch hybride weitergezüchtet, die viel Masse bringen, geschmacklich allerdings hinter reinen Arabicacultivaren zurückbleiben. Eine Sonderstellung nimmt der Mascarocoffea ein. Sie ist auf Madagaskar und denumliegenden Inseln beheimatet. Mascarocoffea gehört wie Arabica und Canephora dem Genus Coffea subg. Coffea an. Die Besonderheit
ist der geringe bzw. das nicht vorhandene Koffein. Ausgenommen der Arten C. kianjvatensis (0,81%) und C. lancifolia (0,69%) sind alle anderen Sorten nahezu Koffeinfrei. Außerdem enthält Mascarocoffea sehr wenig Chlorogensäure, was ihn sehr bekömmlich macht. Leider enthält er aber auch eine hohe Menge des Stoffes Diterpen-Glykosid, was ihn sehr bitter und weitgehend ungeeignet für den kommerziellen Anbau macht.

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